Wie ich zum Ninja Turtle wurde

 

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-„Çigdem! Çabuk ol!“
[„Çigdem! Beeil dich!“]

Das war in meiner Kindheit der Standard-Spruch meiner Mutter. Manchmal hör ich ihn immernoch. Aber ich ignoriere ihn gekonnt.

Meine Mum wollte mir helfen die Dinge schneller zu erledigen, Dinge anzupacken und viel Zeug in kürzester Zeit zu schaffen. Ich gebe zu, es hat mir in vielem geholfen, ich brauche nur 3 Minuten zum Zähneputzen und ich habe einen Trick entwickelt um Shirts einfach nicht mehr bügeln zu müssen. Das Ausschlagen ist das Bügeln des kleinen Mannes. Oder der kleinen Frau.

Ne, eigentlich bin ich immer noch die lahme Kröte von damals die im Kindergarten stolz erzählte, dass sie später einmal Kiosk-Besitzerin werden möchte.

Der Unterschied zu damals: Ich bin vieeeeel ungeduldiger geworden mit mir selbst.
Etwas basteln? Vergiss es. Wenn es länger als 30 Minuten dauert haue ich es gegen die Wand.
Ein It-Teil im Laden gesehen? Ich kauf es sofort. Drauf hinsparen? Ernsthaft?

Einen Blog erstellen und mit Inhalt füllen… Ha! Gib mir irgendeine Plattform und ich schreib mir die Finger wund, ich ignoriere alle eventuell wichtigen Fakten und technisches Know-How… wer braucht das?!
LEARNING BY DOING!!!

Und das Gleiche gilt für Fitness und beruflichen Erfolg. Ich nehme das Nächstbeste weil ich zu ungeduldig bin. Es muss jetzt passieren. Alles.

Und deshalb bin ich so unruhig im Kopf. Ich bin ständig unzufrieden mit mir selbst weil ich mir denke „Alte, wieso hast du noch nicht xyz geschafft? Wieso brauchst du so lange?!?!?!?!?“

Ganz einfach: Gut Ding will Weile haben.

Sei es der „perfekte Kleiderschrank“ (nochmal ein ganz eigener Beitrag für sich wert), das Gitarre-spielen-können, der Blog, die Bauchmuskeln, ein kreatives Projekt.

Damit das nicht mehr passiert versuche ich jetzt kleine Schritte zu machen. Baby-Schritte. Manchmal überkommt mich das große Kotzen wenn sich ein Baby-Schritt über Wochen hinausstreckt und etwas gefühlt eeewig dauert. Aber hey, wenns gut werden soll braucht.es.Zeit.

Und die nehm‘ ich mir. Was bringt es denn zu hetzen wenn es am Ende in die Hose geht? Nüscht.
Am Ende hat der Hase das Rennen eben nicht gewonnen, sondern die Schildkröte. Mit ihren Baby-Schritten.

Also verabschiede ich mich von dem viel zu schnellen Erwartungs-Karussell, der Medien-Achterbahn und dem Tower of Konsum.
Ich mache slow-fashion, meditiere und kümmere mich um die Welt in mir anstatt mich auf die Welt da draußen zu konzentrieren. Der kann man eh nicht helfen wenn man nicht bei sich selbst anfängt.

Dieser Blog wird nicht wieder so ein „quick & dirty“-Ding. Dieser Blog ist mein kleines Projekt, mein kleines Denkarium und mein eigener kreativer Raum.
Daher heißt es jetzt Single-Tasking wie ein Pro.

Ich freue mich. Ungeduldig!

// Çi

 

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