Muttertag

Der 8. Mai steht schon wieder vor der Tür, so völlig unangekündigt und überall wird auch schon die Werbetrommel geschlagen:

„Schenke deiner Mutter etwas Besonderes!
Weil meine Mama die Beste ist! Schön, dass es dich gibt, Mama!
Happy Mothersday! …“

Ist das nicht ein wenig altmodisch??
Immerhin leben wir nicht mehr in einem Zeitalter, wo materielle Güter schwer zu beschaffen wären und wir mit ihnen zeigen können, dass es uns Mühen gekostet hat diese Geschenke zu machen.

Bevor ich meiner Mutter krasse Geschenke mache mit denen sie nichts anfangen kann, habe ich mir überlegt, warum ich für mich selbst diese Frau zelebriere:

Meine Mama ist und war schon immer der Wirbelwind der Familie. Beim Haushalt, beim Malen, im Gehen, im Denken… die Frau kommt nie zur Ruhe!
Jeder der sie kennt ist erstaunt wieviel Energie in einer Person stecken kann. Ihre lockigen Haare machen sie dazu äußerlich noch zu einer „Merida“. Sie ist eine Frau voller Tatendrang, eine Powerfrau.
Wenn man sich ihre Lebensgeschichte anschaut staunt man auch nicht schlecht. Drei Kinder, fünf Jobs, nach Deutschland gezogen ohne die Sprache zu kennen und keinen Abschluss machen zu können.
Ihr Struggle war definitiv real.
Und diese Frau macht heute Kunstausstellungen und hat 4 Enkelkinder nebst 3 studierten Töchtern.
Und einen Schrebergarten.

Sie fing sehr früh an mich auf meine „künstlerische“ Bahn vorzubereiten.
Wir malten am Küchentisch zusammen Tischdecken mit Blumenmustern, sahen uns Bob Ross-Tutorials an und nähten unsere Kleider selbst oder bemalten T-Shirts.

Sie half mir dabei meine Haare immer wieder Pink zu färben, mein erstes Tattoo lang genug zu verstecken und mich auf den richtigen Weg zu bringen. Abgesehen von den Tattoos…
Heute sitzen wir zusammen und philosophieren über das Leben, erzählen uns wie wir bewusster leben, bewusster genießen und konsumieren oder machen uns lustig über meine Nichten und Neffen oder auch über uns selbst.

Diese Frau ist einfach eine Erfrischung in allen Facetten des Lebens!
Diese Frau ist das Beste was mir passiert ist.

Ich brauche keinen Muttertag um zu wissen, dass meine Mum das größte Glück auf Erden ist für meine Familie, für mich und so viele andere Menschen.

Und das Letzte was meine Mum braucht sind Geschenke, die sie nicht benutzt oder nur behält aus schlechtem Gewissen mir gegenüber.
Mütter dürfen gern öfter daran erinnert werden, dass sie krasse Menschen sind und geliebt werden.
Und das gilt für alle anderen Menschen um uns herum auch.

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