Minimalismus – Wieso?

Fair-Fashion-Mud-Jeans-Minimal-Outfit

Ich habe mich, wie so viele andere Frauen, schon immer gern mit dem Thema Mode beschäftigt.

Es fängt im Kleiderschrank der eigenen Mama an. Man probiert alles mit allem an, hangelt sich zum Kleiderschrank der Schwestern und stöbert wie wild in den verschiedenen Modemagazinen.
Diese wiederum zeigen Models, die eben nicht 1,60m groß sind und mit Pickeln kämpfen. Man sieht Menschen, die toll gestylt sind und es aussehen lassen, als ob man das auch kann, tagein, tagaus.

Minimalismus fing bei mir im Kleiderschrank an. Dort habe ich am meisten gehortet und damit habe ich mich am meisten identifiziert:
„Ich habe also bin ich.“

Ich habe mir oft durch Trends sagen lassen, was zu mir passt und habe nicht nur mit Mode, sondern auch mit Make-Up viel ausprobiert, um modisch immer „dabei zu sein“.
Es gab Zeiten, da habe ich alleine einen Schrank mit 3 Türen gefüllt!

Wenn ich zurück denke, habe ich wirklich wirklich viel an Klamotten gekauft, besonders viel auch, was meinem Körperbau nicht zusagt. Oder auch Dinge, „die man im Schrank haben muss“. Ich stand schon oft vor gewissen Klamotten und habe mir die Situationen ausgemalt, in denen ich diese dann tragen würde. Dabei habe ich mich dann als sehr selbstbewusst, gut aussehend und glücklich gesehen.
Also dachte ich mir „Dieses Teil macht, dass du gut aussiehst, happy bist und es macht dich selbstbewusster weil du gut gekleidet bist.“

Aber stimmt das? Machen mich meine Klamotten selbstbewusster, weil diese im derzeitigen Trend sind oder machen sie mich hübscher, wenn ich mich sonst fühle wie eine aufgequollene Kartoffel?!
Und machen sie mich glücklich, wenn sie sich anfühlen, als ob man noch in den Trend reinwachsen müsse oder der Geldbeutel wieder ausgeschöpft wird?

Ich habe irgendwann für mich gemerkt, dass das Ganze ein Teufelskreis ist. Ich kaufe und kaufe, aber nichts von den Dingen macht mich glücklich weil es nicht gut sitzt oder mir im Endeffekt doch nicht gefällt. Also muss noch mehr her. Das wollte ich mir nicht mehr antun und habe aussortiert. Immer und immer wieder.

Mit der Zeit habe ich dann gemerkt, dass ich immer wieder zu gewissen Teilen zurückgreife oder dass sich manche Stoffe auf meiner Haut einfach nicht gut anfühlen. Ich habe für mich herausgefunden, was ich mag und welche Klamotten und Kombinationen meinen eigenen Style ausmachen. Vielleicht ist es kein besonderer Style in den Augen anderer, dennoch erfreue ich mich morgens über die Auswahlmöglichkeiten in meinem Schrank und fühle mich wie ich selbst. Und das ist ja die Hauptsache.

Um es mal abzukürzen, habe ich hier meine persönlichen Vorteile eines minimalistischen Kleiderschranks zusammengefasst:

+ Ich suche und finde.
+ Ich habe weniger Wäsche.
+ Alles passt zueinander.
+ Mein Reisekoffer ist (fast immer) leicht.
+ Ich habe keine Platzprobleme.
+ Ein- und auspacken und aufräumen ist sehr schnell erledigt.
+ Ich spare Geld.
+ Ich fühle mich wohl.
+ Ich weiss meine Garderobe viel mehr zu schätzen.
+ Die Freude bei neuen Teilen ist größer und hält länger an.

Modetrends sind für mich nicht mehr so relevant, wie sie es früher waren. Das heißt aber nicht, dass man sich deshalb schlecht kleiden muss. Es bedeutet Platz zu machen für die Dinge, die einem Selbst gefallen und seinen Schrank nicht mit schnelllebigen Billigteilen vollzustopfen.

Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht oder seid ihr auch auf dem Weg zu einer minimalistischen Garderobe? Dann lasst es mich in den Kommentaren wissen 🙂

//Çi

3 Gedanken zu „Minimalismus – Wieso?“

  1. Ich möchte auch langsam aber sicher alle Dinge, die ich nicht mehr trage aus meinem Kleiderschrank entfernen. Ist es nicht ein Luxus, dass ich Klamotten wegschmeißen darf, um mich wohlzufühlen in denen, die ich behalte. Ich freue mich schon total auf das Ausmisten. Ich hatte an zwei Hosen, fünf Shirts, zwei Pullover, eine Jacke, zwei Kleider und einen Rock gedacht. Meine Unterhosen werden wahrscheinlich noch ein paar mehr, als nur zwei, drei Stück, hihi! 🙂
    Liebe, Emmi

    1. Ja, das ist schon ein großer Luxus und dafür können wir echt dankbar sein! 🙂
      Beim Ausmisten geht es gar nicht so sehr darum, wie viel weniger Teile man besitzt.
      Ich denke, dass Du dich mit den Zahlen eher einschränkst als dem Ziel nachzugehen, die für dich wichtigen Teile im Schrank zu behalten.
      Aber da ist ja jeder ziemlich eigen 😉 Ich miste lieber mehrmals aus und bin am Ende sicher, dass ich die Teile nicht vermissen werde.

  2. Liebe Cigdem!

    Ich beschäftige mich im Moment ebenfalls sehr stark mit meiner Gaderobe und habe dieselben Erfahrungen wie du gemacht: Weniger Kleidung muss nicht zwingend schlecht ausschauen – in der Regel liegt die Kunst ohnehin darin, die vorhandenen und geliebten Teile gut und kreativ miteinander zu kombinieren. Das ist für mich die Kunst an gutem Stil. 🙂
    Und ich finde, das lässt sich mit einem minimalistischen Kleiderschrank wesentlich einfacher und unkomplizierter umsetzen als mit einem riesigen Berg an ungeliebten Klamotten.

    Liebe Grüße
    Jenni

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