Wort zum Sonntag: Es tut mir nicht leid.

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Hey! Schön, dass Du das liest!
Falls Du mich kennen solltest, Congratulations. Falls nicht, dann überleg es Dir noch einmal, ob Du das wirklich willst.

Das sage ich, weil dieser Post einen Bruchteil meiner unreflektierten Gedankengänge wiedergibt und eventuell dem ein oder anderen Menschen nicht gefallen wird.
Aber hey, mein Blog, meine Gedanken, mein Leben… und so.

Ich halte mich für einen relativ reflektierten Menschen, mache mir Gedanken, versuche Empathie aufzubauen und nett zu sein gegenüber jedwedem Menschen, auch wenn mir deine Fresse nicht gefällt.
Und ja, das tut sie nicht immer. Not sorry.

Ich denke meine Mum hat mir zu genüge eingebläut wann man „Danke“ und „Bitte“ sagt. Ich begegne Menschen, egal welcher Art und Abstammung mit einem Lächeln im Gesicht. Zumindest glaube ich das.
Ich seh’s ja selbst nicht. Das denke ich aber, weil mir trotz meines morgendlichen Aufwach-Kotz-Rituals die Sonne aus dem Allerwertesten scheint.

In mir lebt eine kleine Mary Poppins, die gerne aufräumt und dabei singt und gleichzeitig gibt es diese Cigdem, deren Gesicht aus einem Mittelfinger besteht. Aber hey, positive mind, positive life!

Ich versuche besser zu sein, nicht als irgendwer, sondern als die gestrige Cigdem.
Ausgeglichener, fröhlicher, netter zu meinen Mitmenschen, dem unglaublich bockigen Tramfahrer und der schnippischen Bäckerziege.
Was soll’s, jeder hat mal einen schlechten Tag.

Also schreibe ich auf meinem Blog über tiefe Gedanken, darüber, dass wir keinen Massenkonsum brauchen und wir auch so schöne und nette Menschen sein und unser Leben genießen können.
Denn wer will schon in einer Welt leben, die voller Hass, Missetaten und Müll ist? Niemand, also mach ich mir meine eigene kleine Welt besser.
Und hoffe, dass sich manche darin wiedererkennen und sich ihre Vorteile und neues Wissen aus meinen Experimenten ziehen können.

Doch stattdessen entgegnen mir Aussagen, die ich einfach nicht verstehe.
Ich werde als „Öko“ bezeichnet, was anscheinend negativ behaftet ist und mich von der Cigdem, die ich bin, zu einer Gong-schlagenden Astrologin mit Dreadlocks und penetrantem Raumduft verwandelt.
Mhm, ne, versteh ich nicht.

Einerseits habe ich ja schon damit gerechnet, wie man hier nachlesen kann. Aber bitte, „Öko“ ist doch jetzt echt altbacken.
Was genau macht mich jetzt Öko? Dass ich mir keine Plastikscheiße ins Gesicht schmiere? Dass ich weniger Zeit und Geld vergeude und dafür mehr von meinem kostbaren Leben habe? Dass ich nicht den Tieren und den Menschen schaden will, wenn es um Konsum und Mode geht?
Dass ich mein Gehirn einschalte und nach Alternativen suche?
Was ist daran negativ?

Der Begriff „Öko“ soll sagen, dass ich keinem Grashalm etwas zu Leide tun würde. Ich bade in Regencontainern (Anmerkung eines Freundes) und kaufe unnötig teure Bioprodukte, die in Plastik eingepackt sind. Und wahrscheinlich weine ich vor Freude, wenn ich eine Ente mit ihren Küken schwimmen sehe.

Abgesehen davon, dass jeder eine schwimmende Entenfamilie süß findet, muss ich verneinen. Wenn Dir selber der Planet und der Boden auf dem Du tagtäglich gehst scheißegal ist, dann ist das nicht mein Problem. Ich kann Dir nicht weiterhelfen und ich versuche nicht mit irgendwelchen aggressiven Methoden den Menschen einzutrichtern wie mies es Tier und Mensch geht. Das wissen alle. Neu ist das nicht. Ich informiere, für solche die es interessiert.
Der Rest findet in deinem kleinen Kopf statt.

Aber anscheinend halte ich dir schon den Spiegel vor und du siehst es nötig, mich „schlecht“ zu machen oder dich selber rauszureden („Fleisch ist normal/ natürlich/ notwendig!“), obwohl ich dich nie um Antwort oder Rechtfertigung gebeten habe.
Alles was ich sagte ist: „Ich ernähre mich jetzt vegan.“
Warum fühlst Du dich so angegriffen, dass Du mir irgendeinen Stempel auf die Stirn klatschen musst? Fühlst Du dich dann besser?

Und wer gibt dir das Recht mich als „Öko“ zu bezeichnen? Ich gehe auch nicht hin und nenne dich „Mörder“ weil Du ein Steak isst. Ich nenne dich nicht „Konsumschlampe“ weil Du dir schon wieder ein unnötiges Teil von H&M gekauft hast, das in einem Jahr eh nicht mehr in deinem Schrank liegt. Ich nenne dich nicht „korrupt“ weil Du immer billig in Massen kaufst und dich selbst beschwerst, dass Du nicht genug Geld verdienst. Mach doch was Du willst und schreib einen Blog darüber!

Mir ist es recht egal, als was ich so alles bezeichnet werde. Dass ich als Türkin tätowiert bin und mit meinem Freund zusammenlebe macht mich sowieso zu einer ungläubigen, missratenen und asozialen Öko-Tante.
Gut, dann bin ich das halt. Und ich blogge darüber!

Die Erde dreht sich weiter und ich muss noch meinen Zero Waste Einkauf erledigen. Weil ja, ich mag Wale. Und ja ich boykottiere den Zoo und den Zirkus. Das Leben mit ignoranten Menschen, die austeilen aber nicht einstecken können ist mir Zirkus genug.

Vielleicht mach ich mir noch ein Tattoo mit einem riesigen Wal auf dem Rücken und kriege unverheiratet Kinder, die ich mit Stoffwindeln großziehe. Wer weiss das schon.

EDIT:
Ich leiste meinen täglichen Beitrag für eine grünere Welt weil es mir nicht egal ist, was mit dem einzigen Planeten passiert, auf dem wir leben können.
Ich möchte mit gutem Beispiel vorangehen und in eine Zukunft blicken, die nicht nur voll ist mit „Greenwashing“-Produkten.
Ich möchte  Alternativen bieten und die Medienkanäle wirklich sinnvoll und informativ nutzen. Für mich und für meine Leser.

Es tut mir nicht leid, dass ich noch so eine Bloggerin bin. 

Und wer mir mit dem Begriff „Öko“ kommt, hat echt den Schuss nicht gehört!

// Çi

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