Ehrenfeld Apparel im Interview

Dieser Post ist schon etwas älter, ist jedoch in der ersten Aufbauphase meines Blogs verschwunden gegangen. Ich habe ihn zum Glück wiedergefunden und habe ihn (weil ich EA und das Interview so mag) nun nochmals veröffentlicht. Der Original-Post ist schon zwei Jahre alt, also sind die Interview-Inhalte demnach nicht aktuell.
Trotzdem viel Spaß beim Lesen.

Wenn man auf die Körnerstraße abbiegt, sieht man viele kleine Boutiquen. Das eine scheint ein Second-Hand-Laden für Klamotten, das andere für Möbel zu sein. Es gibt ein Café, welches seinen eigenen Kaffee röstet und es gibt „Ehrenfeld Apparel“.

Ich treffe Paul, der den Laden führt und unterhalte mich mit ihm über seine Eigenmarke, sein Leben und Ehrenfeld.
Zwischendurch geht Paul rein und kümmert sich um seine Kunden. Die meisten davon sind waschechte Kölner und bringen gleich für die Verwandschaft paar Shirts mehr mit.
Das coole an Paul’s Laden: Das meiste ist noch Handarbeit. Man sieht, dass Typografie, Graffiti, Gestaltung und das Handwerk ihm Spaß machen und genau das kommuniziert er in seinem Shop.

Ç         Du machst das ja schon ‘ne Weile mit den Shirts, hast Du auch etwas in die Richtung gelernt?
P         Ne, ich habe Mediengestaltung gelernt und war erst Art Director, dann Werbetexter.

Ç         Wie lange hast du in der Medienbranche gearbeitet?

P         Festangestellt war ich 3,5 Jahre, dann hab ich mich selbstständig gemacht.

Ç         Und wie kamst Du darauf Shirts zu gestalten?
P         Das hat als Hobby angefangen. Zuerst habe ich mit Schablonen gearbeitet und dann hab ich mit dem Siebdruck angefangen. Zuhause auf dem Küchentisch. Ich wollte zuerst nur ein Regal in einem Laden anmieten, habe dann aber diese Ladenzeile entdeckt.

Ç         Wie kommst Du auf die ganzen Motive?
P         Die fallen mir irgendwann ein. Ich mache das ganze ja eher aus Spaß und ich plane nicht soviel voraus, um mich da nicht unter Druck zu setzen wie im Job.

Ç         Ein paar deiner Shirts haben ja das Fairwear-Etikett, achtest Du da sehr drauf?
P         Nein, eigentlich nicht. Ich habe getestet, welche T-Shirts mir am besten gefallen, welche qualitativ gut sind, auch so vom Tragekomfort. Am Ende waren es lustigerweise dann die „Bio“-Shirts.
Aber ich werbe nicht damit, denn das sind eben auch nur Zertifikate die irgendwo gekauft sind. Ich finde die Shirts zwar gut, aber wenn ich damit werbe, kann das als Aufhänger genutzt werden und dafür mache ich das nicht.

Ç         Ja, verständlich. Es geht da ja auch eher um die Motive und dass du sie eben selbst herstellst. Ist das denn sehr aufwendig mit dem Siebdruck?
P         Ne, gar nicht. Wie gesagt, am Anfang habe ich die Shirts zuhause bedruckt. Die einfarbigen Motive stelle ich selbst her, die mehrfarbigen Shirts und Turnbeutel lasse ich herstellen, dafür braucht man ne Spinne und auch mehr Platz.

Ç         Und die verkaufst Du ja auch in einem Kiosk?
P         Ja, genau, die Beutel gibt’s auch im Kiosk Babylon.

Ç         Also ist die Nachbarschaft hier auch locker und nett?
P         Ja, auf jeden Fall! Es gibt ja das Körnerstraßenfest, wo wir dann alle zusammen kommen, dafür habe ich auch schon einen Flyer gemacht. Ich kenne auch alle, die hier ’nen Laden haben.
Das Schöne ist, dass sich das ganze wieder wandelt, früher wollte keiner nach Ehrenfeld, weil’s so asi war und nicht so hipster wie damals die Südstadt. Jetzt kommt das wieder zurück und man sieht auch ganz viele andere Läden auf der Leyendecker Straße.

Danke an Paul von Ehrenfeld Apparel

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *